Sparen klingt ungefähr so sexy wie Steuererklärung, Verzicht und am Freitagabend mit ausgeschaltetem Licht unter einer Decke zu sitzen, damit bloss die Stromrechnung nicht explodiert.
Dabei muss Sparen überhaupt nicht bedeuten, dass du dir nichts mehr gönnen darfst. Für mich bedeutet gutes Sparen vor allem eines: mein Geld nicht für Dinge rauszuwerfen, die mir eigentlich gar nichts bringen.
Denn meistens sind es nicht die zwei Kugeln Eis im Sommer oder das Buch, auf das du dich seit Wochen freust, die dein Budget ruinieren. Viel gefährlicher sind Ausgaben, die einfach nebenher laufen. Abos, die du kaum nutzt. Lebensmittel, die im Müll landen. Verträge, die seit Jahren nicht mehr überprüft wurden. Spontankäufe, die zwei Tage später irgendwo in einer Schublade verschwinden.
Und nein: Du musst nicht alle 99 Spartipps direkt umsetzen. Das hier soll keine Challenge werden, bei der du am Ende bei 16 Grad Raumtemperatur im Dunkeln sitzt und stolz auf die 4.73 bist, die du diesen Monat gespart hast.
Such dir die Tipps heraus, die zu deinem Leben passen und bei denen Aufwand und Ersparnis in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Denn Sparen soll dir langfristig mehr Freiheit geben – und nicht dein Leben kleiner machen.
Erst einmal herausfinden, wo dein Geld eigentlich bleibt
Bevor du anfängst, beim Klopapier drei Cent zu sparen, lohnt sich ein Blick auf das grosse Ganze. Denn möglicherweise liegt dein grösstes Sparpotenzial ganz woanders.
1. Tracke einen Monat lang wirklich jede Ausgabe
Und mit jede meine ich: jede.
Auch den Snack am Bahnhof. Die 3.50 für irgendeine App. Das Mittagessen mit den Kollegen. Den kleinen Onlinekauf für 7.90, bei dem du dir gedacht hast: «Ach komm, kostet ja fast nichts.»
Du musst das nicht für den Rest deines Lebens machen. Aber ein einziger ehrlicher Monat kann ziemlich aufschlussreich sein. Gerade die vielen kleinen Beträge verschwinden erstaunlich schnell aus unserem Bewusstsein.
2. Teile deine Ausgaben in Kategorien ein
Wohnen, Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen, Haustiere, Freizeit, Shopping, Abos, Restaurants und was bei dir sonst noch anfällt.
Dadurch siehst du nicht nur, wie viel Geld du insgesamt ausgibst, sondern vor allem wofür.
Vielleicht stellst du fest, dass du beim Einkaufen eigentlich ziemlich vernünftig bist, aber jeden Monat 300 Franken oder Euro für Lieferdienste ausgibst. Dann bringt es wenig, dich beim Supermarkt wegen eines Joghurts für 20 Cent mehr verrückt zu machen.
3. Rechne jährliche Kosten auf den Monat herunter
Eine Versicherung für 600 Franken oder Euro im Jahr klingt erst einmal anders als 50 pro Monat. Für dein Budget ist es aber genau das.
Dasselbe gilt für Mitgliedschaften, Steuern, Autokosten, Gebühren und andere Rechnungen, die nur ein- oder zweimal im Jahr kommen.
Rechnest du sie auf den Monat herunter, bekommst du ein viel realistischeres Bild davon, was dein Leben tatsächlich kostet.
4. Lege für jährliche Rechnungen monatlich Geld zurück
Noch besser: Du rechnest diese Kosten nicht nur herunter, sondern legst den entsprechenden Betrag jeden Monat auf die Seite.
Wenn du weisst, dass im Januar eine Rechnung über 1’200 auf dich wartet, kannst du jeden Monat 100 zurücklegen.
Aus «Scheisse, wo nehme ich jetzt 1’200.- her?» wird dann einfach: «Ah ja, die Rechnung ist da.»
Deutlich entspannter.
5. Prüfe deine Kontoauszüge der letzten drei Monate
Nicht nur überfliegen. Geh sie wirklich einmal durch.
Was wird regelmässig abgebucht? Welche Zahlungen wiederholen sich? Gibt es Dienste, an die du dich kaum noch erinnerst?
Die Chancen stehen ziemlich gut, dass du mindestens einmal denkst: Moment mal. Dafür bezahle ich immer noch?
6. Definiere einen festen Sparbetrag
«Ich spare, was am Monatsende übrig bleibt» klingt vernünftig.
Hat nur einen kleinen Haken: Am Monatsende bleibt erstaunlich häufig nichts übrig.
Dreh das Prinzip deshalb um. Überlege dir einen realistischen Betrag, den du jeden Monat sparen möchtest, und behandle ihn wie eine Rechnung an dich selbst.
7. Überweise deinen Sparbetrag direkt nach dem Gehaltseingang
Pay yourself first.
Das Prinzip ist simpel: Dein Sparbetrag geht weg, bevor du Gelegenheit hast, ihn anderweitig auszugeben.
Am einfachsten funktioniert das mit einem Dauerauftrag kurz nach deinem üblichen Gehaltseingang. Was gar nicht erst wochenlang auf deinem Alltagskonto herumliegt, fühlt sich auch nicht wie verfügbares Geld an.
8. Richte verschiedene Spartöpfe ein
Ein einziges Sparkonto ist besser als keines. Noch übersichtlicher wird es aber, wenn dein Geld unterschiedliche Aufgaben bekommt.
Notgroschen. Urlaub. Auto. Tierarzt. Weiterbildung. Neue Möbel. Steuern. Weihnachten.
Ob du dafür tatsächlich verschiedene Konten, Unterkonten oder einfach Kategorien in einer App verwendest, ist egal. Entscheidend ist: Du weisst, welches Geld wofür gedacht ist.
9. Fang bei den grossen Kosten an
20 Franken beim Lebensmitteleinkauf einzusparen ist nett.
Einen unnötigen Vertrag für 70 Franken im Monat loszuwerden spart dir 840 im Jahr.
Bevor du also anfängst, jedes Blatt Klopapier einzeln abzuzählen, schau dir zuerst Wohnen, Versicherungen, Mobilität, Verträge und andere grosse Kostenblöcke an.
Dort liegt meistens deutlich mehr Potenzial.
Beim Lebensmitteleinkauf sparen
Essen müssen wir leider weiterhin. Wäre für das Budget natürlich praktisch, wenn der menschliche Körper einfach Photosynthese könnte, aber bis dahin müssen wir wohl weiterhin in den Supermarkt.
Zum Glück lässt sich auch dort einiges sparen, ohne nur noch Nudeln mit Ketchup zu essen.
10. Geh mit Einkaufsliste einkaufen
Klingt banal. Funktioniert aber.
Schau vorher kurz in Kühlschrank, Tiefkühler und Vorratsschrank und schreib auf, was wirklich fehlt.
Das verhindert nicht nur Spontankäufe, sondern auch den Klassiker: zuhause festzustellen, dass du jetzt vier Packungen Butter besitzt, aber immer noch keine Zwiebeln.
11. Plane deine Mahlzeiten für einige Tage im Voraus
Du brauchst keinen militärisch durchgetakteten Wochenplan, auf dem bereits am Sonntag feststeht, was du am Donnerstag um 18:32 Uhr essen wirst.
Aber ungefähr zu wissen, was du in den nächsten Tagen kochen möchtest, hilft enorm.
Du kaufst gezielter ein, brauchst weniger spontane Supermarktbesuche und die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass du hungrig vor dem Kühlschrank stehst und schliesslich doch Essen bestellst.
12. Geh nicht hungrig einkaufen
Hungriges Ich hält Chips, Käse, Schokolade, drei Sorten Gebäck und eine Familienpackung Eis grundsätzlich für lebensnotwendige Grundversorgung.
Iss vorher wenigstens eine Kleinigkeit.
Dein Geldbeutel wird es dir danken.
13. Vergleiche den Grundpreis statt den Packungspreis
Die grössere Packung sieht nach Sparangebot aus, muss aber nicht günstiger sein.
Schau deshalb auf den Preis pro Kilogramm, Liter oder 100 Gramm. Gerade bei unterschiedlichen Packungsgrössen ist das der einzige sinnvolle Vergleich.
Und plötzlich ist das vermeintliche XXL-Sparpaket gar nicht mehr so sparsam.
14. Probier Eigenmarken aus
Du musst nicht von heute auf morgen alles durch die billigste Alternative ersetzen.
Aber probier dich durch.
Bei manchen Produkten wirst du feststellen, dass dir die Eigenmarke genauso gut schmeckt. Bei anderen möchtest du weiterhin dein Markenprodukt. Völlig okay.
Sparen funktioniert langfristig besser, wenn du nicht jeden Einkauf als Bestrafung empfindest.
15. Schau auch ganz unten und ganz oben ins Regal
Die bequem sichtbare Mitte des Regals ist nicht zwingend der Ort, an dem die günstigsten Produkte stehen.
Also ruhig mal Kniebeugen beim Einkaufen machen.
Fitness und Sparen gleichzeitig. Bitte, gern geschehen.
16. Kauf reduzierte Lebensmittel kurz vor dem Ablaufdatum
Viele Supermärkte reduzieren Produkte, deren Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum näher rückt.
Wenn du sowieso weisst, dass du das Produkt heute oder morgen verwenden wirst, kannst du damit ordentlich sparen.
Bei Fleisch, Fisch und anderen empfindlichen Lebensmitteln solltest du natürlich besonders auf das Verbrauchsdatum und eine korrekte Lagerung achten.
17. Verwechsle Mindesthaltbarkeitsdatum und Wegwerfdatum nicht
Das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht: Um Mitternacht verwandelt sich der Joghurt in biologischen Sondermüll.
Viele Produkte sind danach noch völlig in Ordnung.
Schau es an. Riech daran. Probier vorsichtig. Verlass dich auf deine Sinne, sofern es sich nicht um ein Produkt mit Verbrauchsdatum handelt.
Damit landen weniger Lebensmittel und weniger von deinem Geld im Müll.
18. Nutze deinen Tiefkühler
Brot, Kräuter, viele Käsesorten, gekochte Gerichte, Suppen, Saucen, Gemüse und jede Menge andere Lebensmittel lassen sich einfrieren.
Wenn du merkst, dass du etwas nicht rechtzeitig verbrauchen wirst: ab damit in den Tiefkühler.
Das gilt übrigens auch für Reste vom Kochen.
19. Plane mindestens eine Restemahlzeit pro Woche ein
Manchmal ist Abendessen einfach: Was muss weg?
Aus Gemüse wird eine Pfanne. Aus Kartoffeln werden Bratkartoffeln. Übrig gebliebener Reis bekommt ein zweites Leben.
Das ist nicht nur günstiger, sondern kann erstaunlich kreativ machen.
20. Koche grössere Portionen
Wenn du sowieso kochst, mach direkt etwas mehr.
Das Abendessen von heute kann das Mittagessen von morgen sein. Oder eine Portion wandert für einen stressigen Tag in den Tiefkühler.
Das spart Geld und verhindert diese gefährlichen Momente, in denen du hungrig nach Hause kommst und der Lieferdienst plötzlich wie die einzig vernünftige Lösung erscheint.
21. Nimm Essen mit zur Arbeit
Du musst nicht jeden Sonntag sieben identische Meal-Prep-Boxen vorbereiten und dein Leben fortan auf Instagram dokumentieren.
Schon zwei oder drei mitgebrachte Mittagessen pro Woche können einen deutlichen Unterschied machen.
Rechne einmal aus, was dich dein durchschnittliches gekauftes Mittagessen kostet und multipliziere das mit deinen Arbeitstagen. Das Ergebnis könnte leicht schmerzhaft sein.
22. Kauf saisonales Obst und Gemüse
Erdbeeren im Winter sind nicht nur häufig enttäuschend, sondern meistens auch entsprechend teuer.
Was Saison hat und regional reichlich verfügbar ist, kostet oft weniger und schmeckt häufig besser.
23. Vergleiche verschiedene Supermärkte
Nein, du sollst nicht zwölf Kilometer fahren, um irgendwo 30 Cent bei der Milch zu sparen.
Aber wenn du mehrere Geschäfte auf deinen üblichen Wegen hast, lohnt es sich durchaus zu wissen, welche Produkte wo günstiger sind.
Vor allem bei Dingen, die du regelmässig kaufst, summieren sich kleine Preisunterschiede.
24. Lass dich von Aktionen nicht verarschen
50 Prozent Rabatt auf etwas, das du überhaupt nicht kaufen wolltest, bedeutet nicht, dass du 50 Prozent gespart hast. Du hast trotzdem Geld ausgegeben.
Aktionen lohnen sich vor allem bei Dingen, die sowieso auf deiner Einkaufsliste stehen oder die du regelmässig verbrauchst.
25. Kauf Vorräte nur von Dingen, die du wirklich verbrauchst
Dein Lieblingswaschmittel ist massiv reduziert und du brauchst es sowieso? Vorrat!
Irgendeine exotische Sauce ist im Sechserpack günstig und du hast keine Ahnung, ob sie dir überhaupt schmeckt? Vielleicht eher nicht.
Ein Vorrat spart nur dann Geld, wenn du ihn irgendwann auch tatsächlich verbrauchst.
26. Trink öfter Leitungswasser
In grossen Teilen des DACH-Raums haben wir den Luxus von qualitativ hochwertigem Trinkwasser direkt aus dem Hahn. Das ist günstig, produziert weniger Verpackungsmüll und erspart dir auch noch das Schleppen.
Natürlich musst du deshalb nicht für immer auf Cola, Saft oder deinen geliebten Energydrink verzichten. Es geht um den Alltag, nicht um Selbstkasteiung.
27. Mach Snacks selbst
Der kleine Hunger unterwegs ist erstaunlich teuer.
Ein belegtes Brot hier, ein Müsliriegel dort, noch schnell etwas am Bahnhof – und schon sind wieder zehn Franken oder Euro weg.
Pack dir Obst, Nüsse, Sandwiches oder andere Snacks von zuhause ein, wenn du weisst, dass du länger unterwegs bist.
28. Nutze Lebensmittel komplett
Schrumpeliges Gemüse kann noch wunderbar in eine Suppe. Überreife Bananen eignen sich für Bananenbrot oder Smoothies. Trockenes Brot wird zu Croutons.
Nicht alles, was optisch nicht mehr nach Hochglanzwerbung aussieht, gehört in den Müll.
Verträge und Abos: Hier versteckt sich richtig viel Geld
Jetzt kommen wir in einen Bereich, den ich deutlich spannender finde als 20 Cent beim Joghurt.
Denn hier kannst du teilweise mit einer einzigen Kündigung Hunderte Franken oder Euro im Jahr sparen.
29. Schreib alle laufenden Abos auf
Netflix. Spotify. Fitnessstudio. Cloudspeicher. Software. Apps. Zeitschriften. Mitgliedschaften. irgendwelche Premiumdienste.
Alles auf eine Liste.
Und dann schreibst du daneben, was dich jedes Abo pro Monat und pro Jahr kostet.
Gerade der Jahresbetrag sorgt gelegentlich für einen kleinen Erkenntnismoment.
30. Kündige alles, was du seit Monaten nicht benutzt hast
Du wolltest wirklich wieder ins Fitnessstudio gehen.
Ganz bestimmt.
Seit Februar.
Wenn du einen Dienst seit Monaten nicht benutzt, stell dir die Frage, ob du für die theoretische Möglichkeit wirklich weiterhin jeden Monat bezahlen möchtest.
Und falls du ihn später doch wieder brauchst: In den meisten Fällen kannst du ihn problemlos wieder abonnieren.
31. Rotiere Streamingdienste
Netflix, Disney+, Prime Video, WOW, Sky, Paramount+, Apple TV+ und was weiss ich noch alles gleichzeitig?
Warum?
Du kannst ohnehin nicht auf fünf Plattformen gleichzeitig schauen.
Abonniere beispielsweise einen oder zwei Dienste, schau dort das, was dich interessiert, kündige wieder und wechsel zum nächsten. Die Serien laufen nicht weg.
32. Prüfe deinen Handyvertrag mindestens einmal im Jahr
Mobilfunktarife verändern sich ständig.
Mehr Daten, bessere Konditionen, günstigere Angebote – während dein uralter Vertrag gemütlich weiterläuft.
Schau deshalb regelmässig nach, ob dein Tarif noch zu deinem tatsächlichen Nutzungsverhalten passt.
Und frag ruhig auch deinen bestehenden Anbieter nach einem besseren Angebot.
33. Überprüfe deinen Internetvertrag
Brauchst du wirklich die teuerste verfügbare Geschwindigkeit?
Oder bezahlst du seit Jahren für ein Paket, das längst nicht mehr konkurrenzfähig ist?
Vergleiche regelmässig Preis, Leistung und Alternativen. Gerade bei älteren Verträgen kann einiges drinliegen.
34. Vergleiche Versicherungen regelmässig
Versicherungen gehören zu den Ausgaben, die man einmal abschliesst und danach gern jahrelang ignoriert.
Dabei können sich Prämien und Lebensumstände verändern.
Vergleiche deshalb regelmässig – aber nicht nur nach dem Preis. Eine billige Versicherung, die im Schadenfall genau das nicht deckt, was du brauchst, ist am Ende kein Schnäppchen.
35. Prüfe Doppelversicherungen
Manche Leistungen sind bereits über andere Versicherungen, Kreditkarten, Automobilclubs, Arbeitgeber oder Mitgliedschaften abgedeckt.
Trotzdem bezahlen wir sie an anderer Stelle noch einmal.
Einmal sauber prüfen kann sich lohnen.
36. Hinterfrage Zusatzpakete
Irgendwann hast du beim Vertragsabschluss für «nur 4.90 mehr» noch irgendein Premium-, Schutz- oder Komfortpaket mitgenommen.
Brauchst du es?
Falls du nicht einmal mehr genau weisst, was es eigentlich macht, lautet die Antwort möglicherweise Nein.
37. Trag Kündigungsfristen in deinen Kalender ein
Der günstigere Anbieter nützt dir wenig, wenn du zwei Tage nach Ablauf der Kündigungsfrist daran denkst.
Sobald du einen länger laufenden Vertrag abschliesst, kannst du dir direkt eine Erinnerung einige Wochen vor der Kündigungsfrist setzen.
Problem für Zukunfts-Dich gelöst.
38. Bezahle Jahresabos nur dann jährlich, wenn der Rabatt attraktiv ist
Jährliche Zahlung ist häufig günstiger als monatliche.
Aber nur, wenn du den Dienst auch wirklich ein Jahr nutzen möchtest.
Ein Jahresabo für 100 statt monatlich 10 spart dir zwar 20. Wenn du nach drei Monaten keine Lust mehr darauf hast, hast du trotzdem 70 unnötig ausgegeben.
39. Setz bei Probeabos sofort eine Erinnerung
«30 Tage kostenlos testen» ist ein hervorragendes Geschäftsmodell. Vor allem für Unternehmen, die solche Probe-Abos anbieten, weil wir Menschen Dinge vergessen.
Wenn du ein Probeabo abschliesst, setz sofort einen Kalendereintrag einige Tage vor Ablauf. Dann kannst du bewusst entscheiden, ob dir der Dienst das Geld wert ist.
40. Nutze Familien- und Haushaltsmodelle, wenn sie erlaubt sind
Viele Dienste bieten günstigere Modelle für Familien oder Personen im selben Haushalt.
Wenn die Nutzungsbedingungen das erlauben und ihr den Dienst ohnehin alle nutzt, kann das deutlich günstiger sein als mehrere Einzelabos.
Zuhause weniger Geld verbrennen
Ein paar Euro oder Franken hier, ein bisschen Strom dort… Einzeln wirken viele Haushaltskosten unspektakulär. Über ein ganzes Jahr sieht das anders aus.
Und nein, du musst deshalb nicht im Winter mit Mütze im Wohnzimmer sitzen.
41. Schalte Licht dort aus, wo niemand ist
Deine Küche hat keine Angst im Dunkeln. Wirklich nicht.
Wenn du einen Raum länger verlässt, Licht aus. Kleine Gewohnheit, null Verlust an Lebensqualität.
42. Nutze LED-Leuchtmittel
Falls irgendwo noch alte, ineffiziente Leuchtmittel herumwerkeln, ersetze sie spätestens dann durch LED, wenn sie kaputtgehen.
Du musst deswegen aber nicht funktionierende LEDs wegwerfen, nur weil das neueste Modell theoretisch noch drei Watt sparsamer ist.
43. Lass Geräte nicht unnötig im Stand-by laufen
Fernseher, Konsole, Soundsystem und andere Geräte ziehen teilweise auch dann Strom, wenn du sie gerade nicht aktiv nutzt.
Eine schaltbare Steckdosenleiste kann bei Gerätegruppen praktisch sein.
Aber auch hier gilt: nicht paranoid werden. Wegen eines einzelnen Ladegeräts musst du nachts nicht durchs Haus robben.
44. Wasch Kleidung möglichst bei niedrigeren Temperaturen
Für normal verschmutzte Alltagswäsche reichen häufig niedrigere Temperaturen aus. Das spart Energie und schont nebenbei viele Textilien.
Natürlich gibt es Wäsche, bei der aus hygienischen Gründen höhere Temperaturen sinnvoll sind. Gesunder Menschenverstand statt Sparreligion.
45. Lass Waschmaschine und Geschirrspüler möglichst voll laufen
Zwei Teller brauchen normalerweise keinen eigenen Spülgang.
Warte, bis die Maschine vernünftig gefüllt ist, ohne sie so vollzustopfen, dass am Ende nichts mehr sauber wird und du alles zweimal waschen darfst.
46. Trockne Wäsche an der Luft
Ein Wäschetrockner ist herrlich bequem. Er braucht aber eben auch Energie, die kostet, und verschleisst Textilien schneller.
Wenn Wetter, Wohnsituation und Feuchtigkeit es zulassen, kannst du einen Teil deiner Wäsche einfach aufhängen.
47. Erhitze Wasser effizient
Für kleinere Mengen Wasser ist der Wasserkocher oft praktisch und effizient.
Noch wichtiger: Erhitze nicht jedes Mal einen Liter, wenn du eigentlich nur eine Tasse oder einen kleinen Topf brauchst.
48. Setz beim Kochen einen Deckel auf den Topf
Deckel drauf.
Wasser wird schneller heiss, weniger Wärme geht verloren und du verbrauchst weniger Energie.
Ein Spartipp, der ungefähr zwei Sekunden zusätzliche Lebenszeit kostet.
49. Nutze die passende Herdplatte
Der winzige Topf auf der gigantischen Herdplatte ist energetisch ungefähr so sinnvoll wie mit einem Reisebus allein zum Briefkasten zu fahren.
Topf und Platte sollten möglichst zusammenpassen.
50. Senke die Raumtemperatur dort, wo du es kaum bemerkst
Du musst nicht frieren oder im Mantel auf dem Sofa liegen. Aber vielleicht müssen Schlafzimmer, Flur und ungenutzte Räume nicht genauso warm sein wie dein Wohnzimmer.
Schon kleine Anpassungen können beim Heizenergieverbrauch einen Unterschied machen.
51. Lüfte kurz und kräftig
Im Winter das Fenster stundenlang gekippt zu lassen, während die Heizung dagegen ankämpft, ist keine besonders glückliche Kombination.
Besser: Fenster weit öffnen, ordentlich Luft austauschen und danach wieder schliessen.
52. Repariere tropfende Wasserhähne
Tropf. Tropf. Tropf.
Es sieht nach nichts aus, läuft aber 24 Stunden am Tag.
Wenn ein Wasserhahn dauerhaft tropft oder die Toilette nachläuft, kümmere dich darum. Als Mieterin oder Mieter gegebenenfalls über die Vermietung.
53. Dusche ein bisschen kürzer
Nein, ich werde dir jetzt nicht erzählen, du dürftest nur noch exakt 2 Minuten 43 Sekunden duschen.
Aber wenn du jeden Morgen 20 Minuten unter laufendem Warmwasser über den Sinn des Lebens nachdenkst, liegt hier durchaus Sparpotenzial.
54. Überprüfe den Stromverbrauch alter Geräte
Ein Strommessgerät kann spannend sein, wenn du wissen möchtest, was einzelne Geräte tatsächlich verbrauchen.
Vor allem bei sehr alten Kühlschränken, Gefriergeräten oder anderen Dauerläufern kann sich ein Blick lohnen.
55. Ersetze funktionierende Geräte aber nicht blind durch neue
«Der neue Kühlschrank braucht weniger Strom!» ist allein noch kein Grund, einen funktionierenden Kühlschrank zu entsorgen und 1’000 Franken oder Euro auszugeben.
Rechne aus, wie viel Energie und Geld du tatsächlich sparen würdest und wie lange es dauert, bis sich die Neuanschaffung amortisiert.
Manchmal ist nichts kaufen immer noch die günstigste Lösung.
Mobilität günstiger machen
Autos, Bahn, Bus, Parkplatz, Versicherung, Treibstoff… Mobilität kann ein verdammt grosser Kostenblock sein.
Umso mehr lohnt es sich, hier nicht nur auf den Preis an der Zapfsäule zu schauen.
56. Geh kurze Strecken zu Fuss
Für 800 Meter muss nicht zwingend der Motor angeworfen werden.
Du sparst Treibstoff, Verschleiss und bekommst nebenbei Bewegung.
Und ja, bei strömendem Regen darfst du trotzdem fahren. Die Sparpolizei kommt nicht.
57. Nimm das Fahrrad, wenn es praktikabel ist
Gerade bei kurzen und mittleren Strecken kann das Fahrrad erstaunlich praktisch sein.
Kein Treibstoff. Häufig keine Parkgebühren. Bewegung inklusive.
Natürlich nur dort, wo Strecke, Wetter und Verkehrssituation für dich passen.
58. Bündle Autofahrten
Wenn du sowieso unterwegs bist, kannst du Einkaufen, Paket abholen und andere Erledigungen miteinander verbinden.
Weniger einzelne Fahrten bedeuten weniger Kilometer und meistens auch weniger Zeitaufwand.
59. Vergleiche Spritpreise
Tankstellenpreise können sich selbst innerhalb derselben Region unterscheiden.
Du musst natürlich keine 30 Kilometer fahren, um drei Cent pro Liter zu sparen. Wenn günstigere Tankstellen ohnehin auf deiner Strecke liegen, spricht aber wenig dagegen.
60. Kontrolliere den Reifendruck
Zu niedriger Reifendruck kann den Verbrauch erhöhen und die Reifen stärker verschleissen.
Deshalb regelmässig kontrollieren und dich an den Angaben des Fahrzeugherstellers orientieren.
Kostet fast nichts und ist nebenbei auch für die Fahrsicherheit sinnvoll.
61. Fahr vorausschauend
Vollgas, bremsen, Vollgas, bremsen.
Macht vielleicht Spass, wenn du glaubst, du wärst gerade in Fast & Furious 17, verbraucht aber unnötig Treibstoff. Vorausschauendes, gleichmässiges Fahren ist meistens effizienter und entspannter.
62. Schlepp nicht monatelang unnötiges Gewicht herum
Nein, du musst jetzt nicht die Fussmatten ausbauen.
Aber wenn seit dem letzten Urlaub noch eine halbe Wohnung im Kofferraum liegt, darf die vielleicht irgendwann raus.
Dachboxen und Dachträger solltest du ebenfalls entfernen, wenn du sie längere Zeit nicht brauchst.
63. Prüft ehrlich, ob ihr mehrere Autos braucht
Das ist natürlich stark von Wohnort, Arbeitsweg und Alltag abhängig.
Aber wenn in einem Haushalt zwei Autos stehen und eines davon an 28 Tagen im Monat nicht bewegt wird, lohnt sich zumindest einmal die Rechnung.
Denn ein Auto kostet auch dann Geld, wenn es herumsteht.
64. Vergleiche ÖV-Abos mit deinen tatsächlichen Fahrten
Ein Abo fühlt sich bequem an. Aber nutzt du es auch genug?
Rechne einmal deine tatsächlichen Fahrten der vergangenen Monate zusammen und vergleiche sie mit den Kosten deines Abos. Umgekehrt kann ein passendes Abo natürlich ebenfalls deutlich günstiger sein als ständig einzelne Billette zu kaufen.
65. Buche Bahnfahrten möglichst früh
Gerade bei längeren Strecken gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz Sparangebote, die bei früher Buchung günstiger sein können.
Wenn dein Reisedatum bereits feststeht, lohnt sich deshalb ein früher Blick.
Für die Schweiz: Die SBB bietet beispielsweise Sparbillette und Spartageskarten an. Sparbillette sind kontingentiert und an eine bestimmte Verbindung gebunden; Spartageskarten werden ebenfalls günstiger angeboten, solange entsprechende Kontingente verfügbar sind.
66. Prüfe Tageskarten und andere Sparangebote
Hin- und Rückfahrt einzeln zu kaufen ist nicht immer die günstigste Variante.
Schau deshalb nach Tageskarten, regionalen Angeboten und Sparpreisen.
Vor allem wenn du an einem Tag mehrere Strecken fährst, kann sich das lohnen.
67. Nutze Fahrgemeinschaften
Ihr arbeitet am selben Ort und wohnt fast nebeneinander?
Dann müssen vielleicht nicht drei Autos dieselbe Strecke fahren.
Fahrgemeinschaften können Treibstoff- und Parkkosten reduzieren – und manchmal ist es sogar ganz nett, morgens jemanden zum Fluchen über den Verkehr dabeizuhaben.
68. Rechne vor Reisen die tatsächlichen Gesamtkosten
«Mit dem Auto kostet es nur 80 Franken Sprit.»
Plus Parkplatz. Plus Maut. Plus eventuell Vignette. Und streng genommen auch Verschleiss.
Beim Flug kommen eventuell Gepäck, Flughafentransfer und Parkplatz dazu.
Vergleiche deshalb nicht nur die offensichtlichste Zahl. Erst die Gesamtkosten zeigen dir, welche Variante wirklich günstiger ist.
Shopping: weniger kaufen, ohne auf alles zu verzichten
Ich mag schöne Dinge. Du vermutlich auch.
Die Lösung kann deshalb nicht ernsthaft lauten: Kauf einfach nie wieder irgendwas, das nicht überlebensnotwendig ist.
Wir können aber dafür sorgen, dass weniger Geld für Dinge draufgeht, die uns fünf Minuten Dopamin und danach drei Jahre Stauraum kosten.
69. Warte bei ungeplanten Käufen 48 Stunden
Du siehst etwas und willst es unbedingt haben?
Super. Dann kannst du es in zwei Tagen immer noch kaufen.
Mach einen Screenshot, speichere den Link oder leg es auf eine Wunschliste.
Erstaunlich viele «MUSS ICH HABEN!»-Gefühle sterben innerhalb von 48 Stunden eines sehr friedlichen Todes.
70. Nutze Wunschlisten statt Warenkörbe
Eine Wunschliste gibt dir das gute Gefühl, etwas nicht vergessen zu haben, ohne dass direkt Geld vom Konto verschwindet. Schau einige Wochen später wieder hinein.
Bei manchen Dingen wirst du dich ernsthaft fragen, warum du sie jemals haben wolltest.
71. Frag dich: Würde ich das auch zum vollen Preis kaufen?
SALE!
40 PROZENT!
NUR HEUTE!
Okay.
Aber willst du das Ding – oder willst du den Rabatt?
Wenn du es zum normalen Preis niemals gekauft hättest, hast du durch den Rabatt möglicherweise kein Geld gespart. Du wurdest nur erfolgreich zum Kaufen motiviert.
72. Kauf Kleidung, die zu deiner vorhandenen Garderobe passt
Dieses eine wunderschöne Oberteil bringt wenig, wenn du danach noch Hose, Schuhe und Jacke kaufen musst, damit du es überhaupt tragen kannst.
Überleg deshalb vor dem Kauf kurz, womit du das neue Teil kombinieren kannst.
Je öfter du etwas tragen kannst, desto sinnvoller war meistens die Anschaffung.
73. Kauf gebraucht
Kleidung, Möbel, Bücher, Sportgeräte, Elektronik, Kindersachen, Werkzeug – sehr vieles muss nicht neu sein.
Auf Kleinanzeigenplattformen, Flohmärkten und in Secondhandläden findest du teilweise fast unbenutzte Dinge für einen Bruchteil des Neupreises.
Und irgendjemand anders freut sich wiederum über deine Sachen.
74. Verkauf Dinge, die du nicht mehr brauchst
Wenn wir schon bei Secondhand sind: Dreh das Prinzip um.
Schau durch Keller, Schränke, Bücherregale und Abstellräume.
Was benutzt du wirklich nicht mehr?
Einzeln bringen manche Verkäufe vielleicht nur 10 oder 20 Franken oder Euro. Aber wenn du konsequent ausmistest, kann daraus erstaunlich schnell ein hübscher Betrag werden.
75. Leih selten benötigte Gegenstände aus
Du brauchst für einen einzigen Tag eine Bohrmaschine, einen Hochdruckreiniger oder irgendein Spezialwerkzeug?
Musst du das wirklich besitzen?
Frag Familie, Freunde oder Nachbarn oder schau nach lokalen Verleihmöglichkeiten.
76. Kauf Dinge gemeinsam
Manche Gegenstände braucht jeder Haushalt ungefähr zweimal im Jahr.
Wenn du ein gutes Verhältnis zu Familie, Freunden oder Nachbarn hast, könnt ihr bestimmte Dinge auch gemeinsam anschaffen.
Nicht jeder braucht einen eigenen gigantischen Kärcher, der anschliessend 363 Tage pro Jahr im Keller steht.
77. Repariere, bevor du ersetzt
Ein kaputter Reissverschluss bedeutet nicht automatisch neue Jacke.
Ein schwacher Laptop braucht vielleicht nur einen neuen Akku. Ein Möbelstück lässt sich eventuell reparieren. Schuhe können teilweise zum Schuster.
Frag dich vor einer Neuanschaffung deshalb: Kann man das sinnvoll reparieren?
78. Vergleich Preise – aber verschwende nicht deine Lebenszeit
Preisvergleich ist gut.
Drei Stunden Recherche, um am Ende 1.80 zu sparen, ist vielleicht weniger gut.
Auch deine Zeit hat einen Wert.
Konzentriere dich besonders bei grösseren Anschaffungen auf Preisvergleiche. Bei Kleinkram darf auch mal «gut genug» reichen.
79. Melde dich von Shopping-Newslettern ab
Du kannst nichts vermissen, von dessen Existenz du bis vor fünf Minuten nichts wusstest.
Newsletter sind hervorragend darin, Bedürfnisse zu erschaffen.
«Nur heute 20 Prozent!» ist deutlich weniger gefährlich, wenn die Nachricht dein Postfach nie erreicht.
80. Entferne gespeicherte Zahlungsdaten
Je weniger Reibung zwischen «Oh, hübsch!» und «Bestellung bestätigt» liegt, desto leichter kaufen wir impulsiv.
Wenn du deine Zahlungsdaten jedes Mal neu eingeben musst, entsteht eine kleine Pause.
Manchmal reicht genau die.
81. Geh nicht aus Langeweile shoppen
Shopping kann Unterhaltung sein.
Das Problem: Unterhaltung mit Kreditkartenanschluss ist teuer.
Wenn du merkst, dass du aus Frust, Stress oder Langeweile durch Onlineshops scrollst, such dir bewusst etwas anderes. Spaziergang, Buch, Serie, Sport, Badewanne, was auch immer für dich funktioniert.
82. Plane ein Budget für Spass ein
Das ist mir wichtig.
Du musst nicht jeden Franken oder Euro optimieren.
Leg dir einen Betrag fest, den du jeden Monat komplett ohne schlechtes Gewissen für Dinge ausgeben darfst, die objektiv völlig unnötig sind, dir aber Freude machen.
Sparen funktioniert langfristig viel besser, wenn du nicht das Gefühl hast, dein Leben sei ab sofort verboten.
Freizeit und Reisen müssen nicht teuer sein
Freizeit ist kein unnötiger Luxus.
Und wenn du bei jedem Treffen mit Freunden nur daran denkst, was es kostet, macht Sparen irgendwann keinen Spass mehr.
Die bessere Frage lautet: Wie bekomme ich möglichst viel schöne Zeit für mein Geld?
83. Nutze Bibliotheken
Wenn du viel liest, können Bibliotheken unglaublich viel Geld sparen.
Und längst nicht jede Bibliothek verleiht nur gedruckte Bücher. Je nach Angebot bekommst du auch E-Books, Hörbücher, Zeitschriften, Filme oder andere Medien.
Bevor du jedes Buch kaufst, das du einmal lesen möchtest, schau dort vorbei.
84. Such nach kostenlosen Veranstaltungen
Stadtfeste, Konzerte, Märkte, Lesungen, Ausstellungen, Führungen, Open-Air-Veranstaltungen – gerade regional gibt es erstaunlich viel, das wenig oder gar nichts kostet.
Ein Blick in Veranstaltungskalender deiner Umgebung kann sich lohnen.
85. Geh wandern, spazieren oder geocachen
Ein richtig schöner Tag muss nicht 150 Franken kosten.
Rucksack packen, irgendwo hinfahren oder direkt vor der Haustür starten und raus.
Und wenn dir blosses Spazierengehen zu langweilig ist: Geocaching verwandelt den Spaziergang nebenbei noch in eine Schatzsuche.
Vorsicht allerdings: Wenn daraus irgendwann ein ernsthaftes Hobby wird, übernehme ich keine Haftung für plötzlich gekaufte Angelruten, Kletterausrüstung und sonstigen völlig «notwendigen» Kram.
86. Mach Koch-, Film- oder Spieleabende zuhause
Nicht jedes Treffen muss im Restaurant stattfinden.
Gemeinsam kochen, jeder bringt etwas mit, Spiele raus, Film an – fertig.
Oft sind genau diese Abende sowieso gemütlicher als irgendeine überfüllte Bar, in der du 15 Euro oder Franken für einen Cocktail bezahlst und dein Gegenüber nicht verstehst.
87. Reise ausserhalb der Hauptsaison
Wenn du zeitlich flexibel bist, vergleich unterschiedliche Reisezeiträume.
Flüge und Unterkünfte können ausserhalb von Ferienzeiten und Hauptsaison deutlich günstiger sein.
Bonus: Häufig sind auch weniger Menschen da.
88. Schau bei Unterkünften auf die Gesamtkosten
Das Hotel ausserhalb kostet 30 weniger pro Nacht.
Super.
Nur brauchst du jetzt jeden Tag zwei Zugtickets oder bezahlst 25 fürs Parkhaus.
Lage, Frühstück, Parkplatz, öffentlicher Verkehr und mögliche Zusatzgebühren gehören mit in den Vergleich.
89. Nimm Getränke und Snacks auf Ausflüge mit
Bahnhof, Freizeitpark, Autobahnraststätte und Touristenattraktion haben eine bemerkenswerte Fähigkeit, aus einer Flasche Wasser ein Luxusgut zu machen.
Pack dir deshalb zumindest Getränke und ein paar Snacks ein, wenn du länger unterwegs bist.
Dann kannst du dein Geld lieber dort ausgeben, wo es dir wirklich Freude macht.
90. Prüfe Gästekarten, kostenlose Museumstage und regionale Angebote
Viele Regionen bieten Gästekarten, Kombitickets, kostenlose Eintritte oder Vergünstigungen an.
Museen haben teilweise bestimmte kostenlose oder vergünstigte Zeiten.
Bevor du einfach den Standardpreis bezahlst: zwei Minuten googeln.
91. Tausch Bücher, Spiele und andere Dinge
Du hast zehn Thriller gelesen, die jetzt nur noch im Regal stehen?
Deine Freundin vielleicht auch.
Tauscht.
Dasselbe funktioniert mit Spielen, Kleidung, Pflanzenablegern, Deko, Kindersachen und vielem mehr.
Kleine Gewohnheiten mit grosser Wirkung
Zum Schluss kommen die Dinge, die weniger mit einem einzelnen Produkt oder Vertrag zu tun haben – und mehr damit, wie du über Geld nachdenkst.
Denn genau dort verändert sich langfristig am meisten.
92. Mach einen No-Spend-Day
Ein Tag pro Woche, an dem du ausser bereits eingeplanten Fixkosten nichts kaufst.
Keine Challenge. Keine Selbstbestrafung. Einfach ein kleiner Reset.
Du wirst dadurch vor allem merken, wie oft wir Dinge völlig automatisch kaufen.
93. Rechne kleine Ausgaben aufs Jahr hoch
5 Franken sind nichts.
Zumindest fühlt es sich so an.
Wenn du diese 5 Franken aber fünfmal pro Woche ausgibst, sind das 25 pro Woche und ungefähr 1’300 im Jahr.
Das bedeutet nicht, dass du ab morgen nie wieder deinen geliebten Snack kaufen darfst.
Aber plötzlich kannst du entscheiden, ob er dir 1’300 im Jahr wert ist.
Das ist eine ganz andere Frage.
94. Rechne Preise gelegentlich in Arbeitszeit um
Ein Kauf kostet nicht nur Geld. Du musst dieses Geld vorher verdienen.
Wenn dir nach Abzügen beispielsweise 30 Franken oder Euro pro Arbeitsstunde zur Verfügung stehen und etwas 300 kostet, stecken darin zehn Stunden deiner Arbeit.
Ist es dir zehn Stunden Lebenszeit wert? Manchmal lautet die Antwort ganz klar Ja. Und dann kauf es.
95. Spar einen Teil unerwarteter Einnahmen
Bonus. Geldgeschenk. Steuerrückzahlung. Verkaufserlös. Nebenverdienst.
Solches Geld fühlt sich schnell nach «gratis» an und verschwindet entsprechend schnell.
Du musst nicht alles davon sparen. Wie wäre es beispielsweise mit 50 Prozent?
Die eine Hälfte darf Spass machen, die andere bringt dich deinem finanziellen Ziel näher.
96. Erhöhe deine Sparrate, wenn dein Einkommen steigt
Mehr Gehalt – geil!
Und plötzlich braucht man ein teureres Auto, mehr Restaurantbesuche, bessere Hotels und Dinge, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man sie benötigt.
Lifestyle-Inflation passiert erstaunlich unauffällig.
Wenn dein Einkommen steigt, erhöh deshalb direkt auch deine Sparrate. Dann hast du heute mehr und später mehr.
97. Automatisiere dein Sparen
Was automatisch passiert, braucht keine Willenskraft.
Dauerauftrag nach dem Gehaltseingang. Automatische Überweisung auf Unterkonten. Fertig.
Du musst nicht zwölfmal im Jahr neu entscheiden, ob du diesen Monat wirklich sparen möchtest.
Zukunfts-Du bekommt das Geld einfach.
98. Spar nicht an Dingen, die dich später mehr kosten
Das ist einer der Punkte, bei denen Sparsamkeit kippen kann.
Notwendige Reparaturen immer weiter hinauszögern. Vorsorgeuntersuchungen auslassen. Versicherungen kündigen, deren Risiko du finanziell überhaupt nicht selbst tragen könntest. Kaputte Schuhe weitertragen, bis dir alles wehtut.
Billig ist nicht automatisch günstig.
Manchmal kostet dich die billigste Entscheidung langfristig am meisten.
99. Spar für etwas – nicht einfach nur gegen das Ausgeben
Und das ist für mich der wichtigste Tipp dieser ganzen Liste.
Sparen um des Sparens willen macht wenig Spass… Also gib deinem Geld ein Ziel.
Vielleicht möchtest du endlich einen Notgroschen haben, bei dem dich eine kaputte Waschmaschine nicht direkt in Panik versetzt.
Vielleicht möchtest du schuldenfrei werden.
Vielleicht träumst du von einer grossen Reise.
Vielleicht möchtest du deine Arbeitszeit irgendwann auf 80 Prozent reduzieren.
Vielleicht möchtest du dich selbstständig machen, eine Wohnung kaufen oder einfach genug Geld auf der Seite haben, um in einer beschissenen Situation sagen zu können:
Nein. Ich muss hier nicht bleiben.
Und genau deshalb bedeutet finanzielle Freiheit für mich auch nicht, Millionen auf dem Konto zu haben.
Es bedeutet, Entscheidungen nicht ausschliesslich danach treffen zu müssen, ob man sie sich gerade leisten kann.
Du musst nicht bei allem sparen
Wenn du aus diesen 99 Spartipps nur zehn mitnimmst, die dauerhaft zu deinem Leben passen, hast du mehr gewonnen, als wenn du ab morgen versuchst, alle 99 gleichzeitig durchzuziehen.
Du musst nicht den günstigsten Handyvertrag haben, deine Haare selbst schneiden, jeden Abend vorkochen, dein Auto verkaufen und im Winter bei 17 Grad im Wohnzimmer sitzen.
Vielleicht liebst du deinen morgendlichen Coffee-to-go.
Dann behalt ihn.
Vielleicht ist dir eine schöne Wohnung wichtig. Vielleicht gibst du gerne Geld für Bücher, Konzerte, gutes Essen, Reisen, deine Haustiere oder irgendein völlig beklopptes Hobby aus.
Dann darf dein Geld genau dort hinfliessen.
Der entscheidende Unterschied liegt für mich zwischen bewusst Geld ausgeben und Geld verlieren, ohne wirklich etwas davon zu haben.
Wenn du jeden Monat 100 Franken oder Euro für etwas ausgibst, das dir wirklich Freude macht, ist das etwas völlig anderes als 100 Franken oder Euro, die in vergessenen Abos, weggeworfenen Lebensmitteln und schlechten Verträgen verschwinden.
Sparen soll dein Leben nicht möglichst billig machen.
Es soll dafür sorgen, dass mehr von deinem Geld für die Dinge übrig bleibt, die dir tatsächlich wichtig sind.
Und vielleicht irgendwann für etwas noch Wertvolleres:
die Freiheit, dein Leben so zu gestalten, wie du es möchtest.


